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Günther Schmid

Ein waschechter Hanfthaler.

„Ich glaube, dass die Bio-Landwirtschaft in Österreich gestützt gehört. Deshalb bin ich Bio-Bauer.“

Seit 2002 baut Günther Bio-Hanf an. Sein Wissen stammt vom eigenen Acker, aus guten Jahren und aus Ernten, bei denen man dazulernen musste.

Vom eigenen Acker bis zur nächsten Generation.

Günther baut seit 2002 Bio-Hanf an und entwickelt gemeinsam mit regionalen Betrieben neue Kulturen. In den kommenden Jahren bereitet er die Landwirtschaft für die Übergabe an seinen Sohn Fabian vor.

Damit der Betrieb regional vernetzt bleibt, braucht es verlässliche Abnehmer, praxistaugliche Sonderkulturen und Partnerschaften, die länger als eine Saison halten.

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Günther Schmid

GÜNTHER SCHMID

Biobauer, Hanfpionier und einer, der dranbleibt.

Wer bei Hanfthal anruft, weil er über Hanf oder Belugalinsen auf seinen Feldern nachdenkt, wird ziemlich schnell mit Günther Schmid reden. Und das ist gut so. Denn Günther verkauft Landwirten keine Theorie. Er steht selbst am Acker.

„Wenn etwas sinnvoll ist, dann gehört es gemacht.“

Vertragsanbau anfragen

Portrait von Günther Schmid
Günther Schmid im Hanffeld

Landwirtschaft war eigentlich immer da.

Günther ist Biolandwirt in Hanfthal im Weinviertel, Landwirtschaftsmeister, Geschäftsführer von Hanfland und seit mehr als 20 Jahren im Hanfanbau tätig. Vor allem aber ist er einer, der gerne etwas ausprobiert, Menschen zusammenbringt und so lange an einer Sache dranbleibt, bis daraus etwas wird.

Er ist auf einem Bauernhof in Hanfthal aufgewachsen. Auf die Frage, warum er Landwirt geworden ist, hat er einmal ziemlich trocken geantwortet:

„Eigentlich ohne Nachdenken. Weil es so war.“

Geblieben ist er aus Überzeugung. Heute beschäftigt er sich besonders gern mit Kulturen, die abseits der üblichen Wege Chancen für landwirtschaftliche Betriebe bieten.

Auf seinen Feldern standen und stehen Hanf, Getreide, Mais, Zuckerrüben und Kürbis, früher auch Zwiebeln und Erdäpfel. Seit 2020 gehören Belugalinsen dazu. Dazu kommen immer wieder neue Spezialkulturen und Ideen.

Denn Neues auszuprobieren gehört für Günther zur Landwirtschaft. Allerdings nur dann, wenn es auch einen Sinn ergibt.

Seit 2002

Hanfpionier, lange bevor Hanf wieder modern wurde.

Seit 2002 baut Günther Bio-Hanf an. Damals war Nutzhanf weit davon entfernt, eine selbstverständliche Kultur auf österreichischen Feldern zu sein.

Günther hat trotzdem angefangen. Er hat angebaut, ausprobiert, Fehler gemacht, daraus gelernt und weitergemacht.

Gleichzeitig wurde Hanf auch in Hanfthal wieder sichtbar. Gemeinsam mit anderen entstanden Projekte rund um die Dorfgemeinschaft, den Hanferlebnispfad und das Dorfmuseum. Aus einer Kultur am Feld entwickelte sich Schritt für Schritt eine regionale Geschichte. Und schließlich Hanfland.

„Ich verbinde Bodenständigkeit mit Pioniergeist.“

Das beschreibt Günther ziemlich gut. Er entwickelt lieber etwas, das in der Praxis funktioniert, als ein Konzept, das nur am Papier gut ausschaut.

Hanfsamenprüfung

Einer allein kommt weit. Gemeinsam kommt man weiter.

Menschen zusammenzubringen gehört zu Günthers größten Stärken.

Er war 20 Jahre in der Gemeindepolitik tätig, davon 13 Jahre Ortsvorsteher von Hanfthal. Er engagierte sich in der Landjugend, bei der Feuerwehr, im Pfarrkirchenrat und in verschiedenen Bauernorganisationen. Er war Obmann von Genossenschaften und Geschäftsführer einer Tankgemeinschaft. Er hat Gemeinschaften organisiert, Projekte gestartet und Netzwerke aufgebaut.

Was sich durch all diese Stationen zieht, ist immer dasselbe: Menschen zusammenbringen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen.

Genau daraus ist auch das Netzwerk an landwirtschaftlichen Betrieben entstanden, mit denen Hanfland heute zusammenarbeitet. Günther verbindet Landwirte mit Abnehmern, organisiert Anbau und Vermarktung und versucht Bedingungen zu schaffen, mit denen beide Seiten leben können.

Er beschreibt seine Aufgabe viel einfacher:

„Informationen geben, die Vermarktung organisieren und meinen Kollegen in der Landwirtschaft einen guten Preis zahlen.“

Das Prinzip dahinter

Anbauen, was wirklich gebraucht wird.

Günther möchte keine Kulturen auf die Felder bringen, für die nach der Ernte erst ein Käufer gesucht werden muss. Zuerst braucht es einen Markt. Dann wird angebaut.

Ein gutes Beispiel dafür sind die Belugalinsen. Die Geschichte begann mit einem Anruf aus der Schweiz. Ein Kunde war mit der Qualität seiner Belugalinsen aus Kanada unzufrieden und fragte Günther, ob er Bio-Belugalinsen in Österreich anbauen könnte.

Also hat er es probiert.

2020 startete gemeinsam mit Landwirtschaftskollegen aus der Region das erste Projekt für die Schweiz. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt ein weiteres Standbein im Vertragsanbau. Heute wachsen Hanf und Belugalinsen auf Günthers eigenen Flächen und auf den Feldern von Partnerbetrieben im Weinviertel.

„Wir bauen an, was wirklich gebraucht wird.“

Qualitätskontrolle im Feld

Warum Günther auf Vertragsanbau setzt.

Günther kennt beide Seiten. Als Geschäftsführer weiß er, was ein Unternehmen braucht, um Rohstoffe verlässlich einkaufen, verarbeiten und vermarkten zu können. Als Landwirt weiß er, was es bedeutet, im Frühjahr Saatgut, Arbeit und Geld in einen Acker zu stecken und erst Monate später zu wissen, was tatsächlich herauskommt.

Deshalb möchte er möglichst viel von dem, was planbar ist, vor der Aussaat klären.

  • ✓ Welche Kultur passt zum Betrieb?
  • ✓ Passt der Boden?
  • ✓ Welche Sorte wird angebaut?
  • ✓ Welche Fläche ist sinnvoll?
  • ✓ Wie schaut die Abnahme aus?
  • ✓ Wie weit sind die Transportwege?
  • ✓ Und wer ist erreichbar, wenn während der Saison etwas anders läuft als geplant?

Beim Hanfthaler-Vertragsanbau werden Fläche, Kultur, Saatgutsorte und Abnahme schriftlich vereinbart. Während der Saison bleiben die Vertragslandwirte im direkten Austausch mit Menschen, die selbst am Acker stehen.

Von Bauer zu Bauer.

Günther möchte Partnerbetriebe, mit denen offen gesprochen werden kann. Wenn Hagel kommt, die Trockenheit zuschlägt, Wild Schäden verursacht oder sich ein Bestand anders entwickelt als erwartet, braucht es keine schönen Worte.

„Dann braucht es ein Telefon und jemanden, der abhebt.“

„Ich kenn den Acker.“

Wer lange genug Bauer ist, erlebt gute Jahre und schlechte. Günther kennt beides.

Er kennt Missernten. Er kennt Trockenheit. Er kennt schwankende Preise und den Druck durch billigere Importware. Und er weiß, dass man bei einer neuen Kultur erst nach mehreren Jahren wirklich sagen kann, wie sie sich unter unterschiedlichen Bedingungen verhält.

Deshalb wird Günther einem Landwirt auch nicht erzählen, dass Hanf ein Selbstläufer ist. Ja, Hanf wächst fast überall. Wenn am Ende ein ordentlicher Ertrag herauskommen soll, braucht es trotzdem einen guten Boden.

Dasselbe gilt für Belugalinsen. Sie können eine sehr interessante Kultur für einen Bio-Ackerbaubetrieb sein. Standort, Witterung, Ernte und Vermarktung müssen trotzdem zusammenpassen.

„Ich kenn den Acker, ich kenn die Arbeit und weiß, dass man in der Landwirtschaft nix schönreden darf.“

Deshalb gehört für Günther zu einer guten Beratung auch ein Satz, den ein Interessent vielleicht weniger gern hört:

„Für deinen Betrieb würd ich's nicht machen.“

Auch das ist Partnerschaft.

Erntekontrolle im Hanffeld

Über 20 Jahre Erfahrung

Wir haben die Fehler schon gemacht, die andere sich sparen können.

Mehr als 20 Jahre Hanfanbau bringen einiges an Erfahrung mit sich. Nicht alles davon wurde freiwillig gesammelt.

Es gab gute Ernten, schwierige Jahre, technische Probleme und Entscheidungen, die Günther heute anders treffen würde. Aber genau daraus entsteht Erfahrung.

„Wir haben die Anbaufehler schon selber gemacht, die du dir sparen kannst.“

Wer mit Günther über eine Kultur spricht, bekommt praktische Erfahrung und keine Hochglanzversion der Landwirtschaft.

Aufgeben liegt ihm auch nicht besonders.

Durchhaltevermögen gehört wahrscheinlich zu Günthers auffälligsten Eigenschaften. Wenn er von einer Sache überzeugt ist, kann er sehr lange daran arbeiten.

Schon vor rund 40 Jahren hatte sein Beitrag bei einem Redewettbewerb einen Titel, der erstaunlich gut zu ihm passt:

„Wo ich bin, da ist vorne.“

Heute würde er über den Satz wahrscheinlich schmunzeln. Ganz falsch war er trotzdem nicht.

Günther wartet selten darauf, dass jemand anderer den ersten Schritt macht. Er probiert aus, sammelt Erfahrungen, sucht Menschen, die mitmachen, und geht weiter.

Rückschläge gehören dazu. Stehenbleiben weniger.

Günther in Zahlen.

20+

Jahre Erfahrung mit Bio-Hanf

2020

Belugalinsen im Anbau

20

Jahre Gemeindepolitik

160 ha

Bio-Hanf unter Vertrag

200 ha

Belugalinsen unter Vertrag

13

Jahre Ortsvorsteher von Hanfthal

Landwirtschaftsmeister, Biolandwirt und Unternehmer

Mit einem großen Netzwerk aus Landwirtschaft, Verarbeitung und regionalen Partnern.

Worum es Günther wirklich geht.

Hinter Hanf, Belugalinsen und Vertragslandwirtschaft steckt für Günther eine größere Frage: Wie schaffen wir Landwirtschaft, von der unsere Betriebe auch in Zukunft leben können?

Günther möchte weniger Abhängigkeit vom Weltmarkt. Er möchte Kulturen anbauen, für die es einen echten Bedarf gibt. Er möchte Wertschöpfung möglichst in der Region halten. Und er möchte Landwirten Alternativen anbieten, die wirtschaftlich Sinn ergeben und gleichzeitig zu einer vielfältigen Landwirtschaft beitragen.

Seine Vision für Hanfland geht deshalb weit über die nächste Ernte hinaus. Ein wirtschaftlich gesunder Betrieb. Klare Strukturen. Regionale Wertschöpfung. Verlässliche Partnerschaften. Und ein Unternehmen, das irgendwann an die nächste Generation übergeben werden kann, als Chance und nicht als Bürde.

Das ist für Günther Nachhaltigkeit. Nicht nur darüber reden, was in zwanzig Jahren sein sollte. Sondern heute so arbeiten, dass es in zwanzig Jahren noch etwas gibt, das man weitergeben kann.

Was ihm wichtig ist

Nachhaltigkeit • Verantwortung • Hilfsbereitschaft • Zielstrebigkeit • Gelassenheit

Dahinter steckt noch etwas, das ihm besonders wichtig ist: Unabhängigkeit. Landwirtschaftliche Betriebe sollen ihre Entscheidungen möglichst selbst treffen können. Dafür brauchen sie wirtschaftliche Perspektiven, verlässliche Partner und Absatzmöglichkeiten.

Günther glaubt an Handschlagqualität und klare Vereinbarungen. An Menschen, die ehrlich miteinander umgehen, mitdenken und mitanpacken. Und daran, dass man mit Ausdauer, Vertrauen und Menschlichkeit langfristig mehr erreicht als mit Druck und Tempo.

Wann Günther in seinem Element ist.

  • ✓ Wenn gemeinsam etwas geschaffen wird.
  • ✓ Wenn aus einer Idee am Küchentisch ein Projekt am Acker wird.
  • ✓ Wenn ein Landwirt eine neue Kultur ausprobiert und schon vor der Aussaat weiß, wer die Ernte abnimmt.
  • ✓ Wenn aus einzelnen Betrieben ein funktionierendes Netzwerk entsteht.
  • ✓ Wenn eine Idee zuerst ein bisserl verrückt klingt und ein paar Jahre später selbstverständlich geworden ist.

Und wahrscheinlich auch dann, wenn jemand sagt: „Das wird schwierig.“ Denn genau da fängt Günther meistens erst an nachzudenken.

Freizeit

Und wenn einmal gerade kein Acker ruft?

Dann reist Günther gerne, steigt aufs Rad oder organisiert etwas mit anderen Leuten. Wobei die Grenze zwischen Beruf und Freizeit bei ihm manchmal schwer zu finden ist.

Auf die Frage nach seiner Leidenschaft sagt er selbst:

„Meine Leidenschaft ist mein Beruf.“

Vielleicht erklärt das auch, warum er nach mehr als 20 Jahren Hanf immer noch über neue Kulturen, neue Kooperationen und die nächsten Ideen nachdenkt.

Vertragsanbau

Du überlegst, Hanf oder Belugalinsen anzubauen?

Dann rede mit Günther. Gemeinsam schaut ihr euch deinen Betrieb, deine Flächen, den Bio-Status, Boden und Logistik an und klärt, ob Hanf oder Bio-Belugalinsen zu deinem Betrieb passen.

Günther wird dir sagen, was dafür spricht. Und genauso offen, was dagegen spricht.

„Eine gute Partnerschaft beginnt nicht mit der Aussaat. Sie beginnt damit, 

dass man ehrlich miteinander redet.“